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1.) Innere AchtsamkeitLogo HAKOMI INSTITUTE OF EUROPE,erfahrungsorientierte Körperpsychotherapie

in der HAKOMI - erfahrungsorientierten Körperpsychotherapie

Unser Alltagsbewusstsein ist kein wirksames Mittel, um tiefere Ebenen unseres Selbst zu erfahren und zu verändern, denn unser Alltagsbewusstsein nutzt gerade diese tiefen Schichten für seine gewohnheitsmäßige Selbstorganisation. Deshalb stehen wir beim Ringen um Veränderung oft an dem Punkt, dass wir das Problem mit dem Verstand durchaus gut erkennen, aber die Lösungsversuche funktionieren nicht.

An dieser Stelle hilft uns innere Achtsamkeit, eine Form der Aufmerksamkeit, die sich in den meditativen Disziplinen schon seit Jahrtausenden bewährt hat. Die langsame Schulung der inneren Achtsamkeit baut eine immer stabiler werdende Bewusstseinsposition auf, die uns mehr und mehr erlaubt, die Bestandteile und die Gestaltung des inneren Erlebens zu erforschen.

Zunächst bekommen wir ein besseres Gespür und Gefühl für die Fragen unseres Lebens, und schließlich können wir zu den Grundlagen unserer Selbstorganisation Zugang finden, dem »roten Faden«, der sich oft wie in einem Webmuster durch viele Bereiche unseres Lebens zieht. Die nicht-bewussten automatischen Steuerungsfaktoren werden allmählich ins Bewusstsein gehoben und durch eine immer umfassender werdende »Selbstführung« organisiert. Letztlich führt der Weg der Achtsamkeit zu den Kräften der Selbstheilung und der inneren Weisheit.

 

2.) HAKOMI - Achtsamkeit und die therapeutische Beziehung

von Anne Fischer, Uta Günther, Halko Weiss,   Stand 07.2009

Die Beziehung zwischen TherapeutInnen und KlientInnen ist in den letzten Jahren von der Wissenschaft als wichtigster Faktor für eine erfolgreiche Therapie identifiziert worden. Doch meist fehlt es an genauen Beschreibungen, wie und mit welcher Einstellung TherapeutInnen vorgehen müssen, um eine heilsame Beziehung zu gestalten.

Die Hakomi Methode hat von Anfang an eine genau ausgeformte Arbeitsweise entwickelt, wie eine "heilende Beziehung" geschaffen werden kann. , eine Arbeitsweise, die tief in einem gründlichen Verständnis des Konzepts der Achtsamkeit (Wallace 2008) verwurzelt ist.  

Zu einer solchen therapeutischen Beziehungsbasis gibt es inzwischen auch aus anderen psychotherapeutischen Richtungen engagierte Beiträge (Hick & Bien 2008).

Achtsamkeit legt bestimmte Formen der Beziehung nahe, und schließt andere aus. Sie verlangt z.B. ein forschendes Vorgehen, ein langsames, anteilnehmend-neugieriges Untersuchen, das Raum gibt, sich sich selbst zuzuwenden - ohne den Druck anders werden zu müssen. TherapeutInnen lernen, "sichere" und einfühlsame MitforscherInnen zu sein, ohne Vorlieben, wie KlientInnen sein oder werden sollten.

Erst einmal wird Raum geschaffen, um sich in gelassener Konzentration nach Innen an tiefere Wahrheiten heranzutasten.

 Achtsamkeit fordert eine liebevolle Gegenwärtigkeit vom Therapeuten, die erst durch die eigene Übung der Achtsamkeit entsteht, und auf "limbischer Resonanz" (Lewis, Amini & Lannon 2000) und "mindsight" (Siegel 2007) beruht. Spezifische kommunikative Fertigkeiten werden erlernt, bei Hakomi z.B. "kontakten", "tracking" und "accessing" genannt, die eine "Kooperation des Unbewussten" einladen und fördern.

Hakomi TherapeutInnen verbinden sich eng mit der Erfahrung ihrer KlientInnen und schenken deren individuellen und einzigartigen Lebensstrategien uneingeschränkte Empathie und Interesse. In einem solchem Beziehungsfeld wird die Abwehr befreundet, sogar aktiv unterstützt, um die Selbstheilungsimpulse des Gegenübers zu aktivieren.

 Für diese gemeinsame therapeutische Arbeit in einem achtsamen Raum und für die Aufrechterhaltung einer in diesem Sinne „heilsamen Beziehung“ hat die Hakomi-Methode einen reichhaltigen und kreativen Fundus an Interventionen entwickelt, die erfahrungsorientiert und erkundend angelegt sind und keine bestimmten Veränderungen anstreben.

 Die Schwierigkeiten der KlientInnen werden nicht als Ausdruck bestimmter Störungen begriffen, sondern als Folge angemessener und intelligenter Lösungsversuche in einer problematischen Umwelt aufgefasst. Die Haltung der TherapeutInnen ist ergebnisoffen.

 Eine solche Beziehungsgestaltung setzt voraus, dass die TherapeutInnen mit sich selbst eine „heilsame Beziehung“ eingehen und aufrechterhalten können, sich mit der Praxis der „inneren Achtsamkeit“ gründlich auseinander gesetzt haben und sie regelmäßig praktizieren.

Nur dann ist es möglich, den KlientInnen die „innere Achtsamkeit“ als bewusst gewählte Haltung und hilfreiches Vorgehen mit entsprechenden Begleit- und Interventionstechniken zur Verfügung zu stellen Für beide – KlientInnen und TherapeutInnen – können so die gemeinsamen Therapiezeiten in achtsamen Zuständen eine bereichernde Achtsamkeitspraxis werden und zu einer außerordentlichen Vertiefung des Respekts und der Achtung vor dem Wesen lebendigen Seins.

->Übersicht HAKOMI Fortbildungen in erfahrungsorientierter Körperpsychotherapie

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